Wie dick dürfen Äste für Astscheren sein?

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Ob Baum, Hecke oder Strauch, alle bedürfen eines mehr oder weniger regelmäßigen Schnitts. Damit das jeweilige Gehölz durch den Eingriff keinen Schaden nimmt und auch die Laune des Gärtners beim Kürzen der Äste nicht leidet, sollte darauf geachtet werden, dass das passende Werkzeug zum Einsatz kommt. Findet hingegen das falsche Schneidwerkzeug Verwendung, ärgert sich der Gärtner nicht nur über einen unnötig großen Kraftaufwand, sondern riskiert Quetschungen, von denen sich das Gehölz im schlimmsten Fall nicht wieder erholen kann.

Wahl des Werkzeugs hängt in erster Linie von Ast-Durchmesser ab

Die Tatsache, dass je stärker ein Ast ist, ein Mehr an Kraft erforderlich ist, um ihn zu schneiden, leuchtet schnell ein. Während es für den Schnitt von Rosen oder dünnen Zweigen und Ästen vollkommen ausreicht, eine herkömmliche Gartenschere bzw. Rosenschere in die Hand zu nehmen, bietet sich bei Hecken und Bäumen zumeist der Einsatz einer Astschere an. Letztere arbeitet mit der Hebelwirkung, wodurch auch stärkere Äste problemlos ohne großen Kraftaufwand durchtrennt werden können. Als Anhaltspunkt gilt allgemein eine Aststärke von 25 bis 50 mm. Bei diesen Durchmessern haben sich in der Praxis Astscheren bewährt. Dickere Äste lassen sich hingegen besser mit einer Astsäge kürzen. Viele Hersteller geben auf ihren Produkten Auskunft zum maximalen Ast-Durchmesser, was die Entscheidung zum Kauf erleichtern kann. Allerdings ist es nicht der Ast-Durchmesser allein, der entscheidend ist. Auch die Art des Baumes oder Strauches spielt eine Rolle. So ist es gegenüber Harthölzern ein Leichtes, Weichholz zu schneiden.

Kraftersparnis durch Länge

Das Besondere an der Astschere sind ihre Scherenarme, die üblicherweise eine Länge von 40 bis 100 cm aufweisen. Je länger sie sind, desto weniger Kraft muss für das Kürzen der Äste aufgebracht werden. Außerdem lassen sich durch die vergrößerte Reichweite auch Äste in größerer Höhe schneiden. Sind viele höher gelegene Äste zu kürzen, stellen Astscheren mit bis zu zwei Meter ausziehbaren Teleskopgriffen das ideale Hilfsmittel dar.

Amboss- oder Bypass-System

Bei Astscheren wird grundsätzlich zwischen zwei Scherenformen unterschieden. Welches System für den Rückschnitt geeignet ist, hängt insbesondere von der Vitalität des Gehölzes ab.

Ist ein präziser, scharfer und sauberer Schnitt gewünscht, durch welchen die Pflanze möglichst wenig verletzt wird, ist die Bypass-Schere zu bevorzugen. In diesem Fall gleiten die Klingen aneinander vorbei, was mit einem entsprechend hohen Kraftaufwand verbunden ist. Eine bessere Kraftübertragung wird bei der etwas robusteren Amboss-Schere ermöglicht, bei welcher die Klinge auf einen Amboss aus Kunststoff oder Weichmetall trifft. Sie eignet sich somit zwar gut für stärkere Äste, sollte statt bei gesundem allerdings besser bei totem, trockenem oder hartem Holz Verwendung finden, da die Rinde stärker gequetscht wird.

Kaufkriterien, die es zu beachten gilt

  • Aststärke der vorhandenen Gehölze
  • Weich- oder Hartholz sowie dessen Vitalität
  • Teleskoparme für evtl. erforderlichen Rückschnitt in der Höhe
  • Berücksichtigung des Kraftaufwandes
  • Erzeugen eines sauberen Schnittbildes

Um eine schnelle Wundheilung am beschnittenen Gehölz zu gewährleisten und die Freude an der Gartenarbeit aufgrund des Einsatzes minderwertiger Werkzeuge nicht zu verlieren, will der Kauf einer Astschere gut überlegt sein. Da es das perfekte Modell für alle Einsatzzwecke nicht gibt, dürfte der Gärtner mit zwei Astscheren sicherlich am besten beraten sein.